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Sammlung

Der Kunstbestand des Museums umfasst rund 3.000 Exponate vorwiegend deutscher Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert: von Max Ackermann und HAP Grieshaber bis zu Manuela Tirler.
Die Sammlung wird regelmäßig in ausgewählten Wechselausstellungen einbezogen und kann im Rahmen von Sonderveranstaltungen, wie dem Internationalen Museumstag, in den Museumsdepots besichtigt werden.

Otto Glaser: "Dame mit Blumenhut", o.J., Gouache auf Papier, 50 x 50 cm.
Manfred Henninger: „Riva. Blick auf den Porto Nuovo“, 1977, Öl auf Leinwand, 70,5 x 90,5 cm.

Manfred Henninger

Das Kernstück der Sammlung bilden rund 700 Werke des schwäbischen Spätimpressionisten Manfred Henninger (geb.  1894 in Backnang; gest. 1986 in Stuttgart).
Seine künstlerischen Arbeiten kreisen häufig um die Themenfelder der menschlichen Figur und der Landschaft und können als spätimpressionistisch bezeichnet werden.
"Die Welt ist Licht, ist Dunkel, ist Farbe", so lautete einer der Leitsätze von Manfred Henninger, der sich während seiner künstlerischen Tätigkeit intensiv mit dem Phänomen Farbe, als wichtigstem Element der Malerei, beschäftigte.
Henninger war zeitlebens auf der Suche nach den strukturellen Gesetzmäßigkeiten der Schönheit der Natur. Aus diesem Grund schließen sich für den Betrachter viele Werke auf den ersten Blick zu einem intensiven Farbteppich zusammen. Erst der zweite Blick gibt Einsicht in einen rein aus Farbe geschaffenen dynamischen Raum. Die Tiefenwirkung von Henningers Gemälden wird dabei nicht durch eine klassische Zentralperspektive erzielt, sondern durch die für seine Werke charakteristische leuchtende Farbgebung. 

Mehr zu Manfred Henninger

Nach einer Konditorlehre studierte der Kriegsfreiwillige Henninger von 1920 bis 1928 an der Stuttgarter Kunstakademie. Der Erste Weltkrieg machte ihn zum entschiedenen Anhänger des Pazifismus.
Henninger war 1929 Mitbegründer der Stuttgarter Neuen Sezession.
1933 emigrierte Henninger über die Schweiz nach Ibiza und von dort wegen des spanischen Bürgerkrieges ins Tessin, wo er dem in Ronco sopra Ascona wirkenden Circolo Verbano angehörte.
1949 erfolgte seine Berufung an die Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart als Leiter der Malklasse für Landschaft und Bildnis, er unterrichtete dort bis zum Jahre 1961.
1955 bis 1957 war er Rektor der Akademie, anschließend für zwei Jahre Prorektor.
Zu seinen bekanntesten Schülern zählen Klaus Heider und Günther C. Kirchberger.

Werbegrafik

Im Aufbau befindet sich eine weitere Sammlung, die die Arbeiten namhafter Werbegraphiker (Otto Glaser, Franz Weiss) vereint, welche im 20. Jahrhundert im Dienste des in Kornwestheim beheimateten Weltkonzernes SALAMANDER standen.

Otto Glaser

Otto Glaser (geb. 1915 in Basel; gest. 1991 in Lugano) war ein begnadeter Grafiker, Maler, Modezeichner und Künstler.
Einen herausragenden Platz im Oeuvre von Otto Glaser nehmen die Plakate für die Salamander AG ein, die zwischen 1958 und 1968 für das Kornwestheimer Unternehmen entstanden sind.
Schuhe erscheinen darauf selten, vielmehr vermitteln die Grafiken einen eleganten und mondänen Blick auf die damalige Zeit und auf eine Bilderwelt, die man eher in Paris als in Süddeutschland verorten würde.
Die unbeschwerte künstlerische Herangehensweise verleiht den Werbeentwürfen eine ungeheure Leichtigkeit und lässt die formelle Eleganz der fünfziger Jahre noch heute lebendig werden.

Mehr zu Otto Glaser

Nach einer Lithographenausbildung und einem künstlerischen Selbststudium trat Otto Glaser 1935 in das Basler Grafikatelier von Fritz Bühler ein.
Von 1943 an arbeitete er als selbständiger Grafiker, zog 1950 ins Tessin nach Soragno bei Lugano und gründete das Kulturmagazin Inspiré. Bis zur Einstellung des Magazins 1953 gestaltete er neben Layout und Illustrationen auch alle Titelbilder.
Seine mit raschem Pinsel hingeworfenen Modezeichnungen lassen sein unvergleichliches Talent erkennen – auch die Grafikentwürfe sind ohne zusätzliche Skizzen spontan zu Papier gebracht worden.

Franz Weiss

Der Maler Franz Weiss (geb. 1903 in München; gest. 1981 in Kempten im Allgäu) war von 1948 bis in die 1950er Jahre für die Salamander AG in Kornwestheim als Grafiker tätig.
Die Motive der Blickfang- und Plakatwerbungen versprühen die freudige Atmosphäre der 1950er Jahre und zeigen Damen, Herren und Kinder in idealisierten Lebenssituationen.
Der hauptsächlich im Allgäuer Raum und in München tätige und vielseitige Künstler war auch Fassaden- und Innengestalter und entwarf neben Werbegrafiken auch plastische Dekorationen.

Mehr zu Franz Weiss

Nach einer Ausbildung an der Gewerbeschule und einem Studium an der Kunstakademie München leitete Franz Weiss ab 1923 eine kunsthandwerkliche Werkstatt in Kempten und war bis 1944 auch in seinem Künstleratelier in München tätig.
Im Jahr 1939 nahm er an der nationalsozialistischen Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Kunst in München teil.
Seine werbegrafischen Arbeiten umfassen Entwürfe für die Deutschen Linoleum Werke (um 1940), die Etiketten und das Markenemblem der Biermarke des Allgäuer Büble sowie die Plakate und Programme der Allgäuer Festwochen in Kempten.

Weitere Sammlung

Eine umfangreiche Kunstbibliothek (über 2.500 Bände), eine beachtliche Foto- und Filmsammlung sowie eine Sammlung zur historischen Schuhmode ergänzen den Bestand.