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Sammlung

Die Kunstsammlung des Museums im Kleihues-Bau umfasst rund 3.000 Exponate vorwiegend deutscher Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Kernstück der Sammlung ist der von der Stadt Kornwestheim übernommene Nachlass des schwäbischen Spätimpressionisten Manfred Henninger, mit etwa 2000 Gemälden, Zeichnungen und anderen Kunstexponaten. Des Weiteren sind wichtige Vertreter der deutschen Abstraktion des 20. Jahrhunderts, wie Max Ackermann oder Günther C. Kirchberger ebenso in der repräsentativen Sammlung der Stadt Kornwestheim vertreten wie zeitgenössische, abstrakte Positionen von Künstlerinnen und Künstlern wie Manuela Tirler, Horst Kuhnert und Susanna Taras.Auch eine breite Auswahl an Werbegrafik der Künstler Otto Glaser und Franz Weiss, vor allem für den ehemals in Kornwestheim beheimateten Weltkonzern SALAMANDER, ist Teil der Sammlung des Museums im Kleihues-Bau.
Mit Künstlern wie Otto Herbert Hajek und Royden Rabinowitch kann die Kunstsammlung des Museums im Kleihues-Bau außerdem eine Brücke zur Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Kornwestheim schlagen.

Ein ungegenständliches Gemälde von Günther C. Kirchberger. Verschiedene Farbflächen in rot, schwarz, gelb und weiß.
Günther C. Kirchberger, "s. elvira verg.  27 – 1 – 63", 1963, Mischtechnik auf Leinwand, 194,5 x 130 cm, Inv. Nr. 341.
Eine ornamentale Arbeit von Susanna Taras, schwarze Formen auf weißem Grund.
Susanna Taras, "Ornamente", 1995, Mischtechnik, Öl auf Hartfaserplatte, 219 x 147 cm, Inv. Nr. 353.
Eine Seriegrafie von Horst Kuhnert. Verschieden farbige Flächen, die sich teils überschneiden.
Horst Kuhnert, Ohne Titel, 1983, Serigrafie auf Bristolkarton, 30 x 25 cm, Inv. Nr. 534.

Ausgewählte Werke

Manfred Henninger

Die künstlerischen Arbeiten von Manfred Henninger (geb. 1894 in Backnang; gest. 1986 in Stuttgart) kreisen häufig um die Themenfelder der menschlichen Figur und der Landschaft. "Die Welt ist Licht, ist Dunkel, ist Farbe", so lautete einer der Leitsätze von Manfred Henninger, der sich während seiner künstlerischen Tätigkeit intensiv mit dem Phänomen Farbe beschäftigte.
Den Betrachterinnen und Betrachtern schließen sich viele seiner Werke auf den ersten Blick zu einem intensiven Farbteppich zusammen. Erst der zweite Blick gibt Einsicht in einen rein aus Farbe geschaffenen dynamischen Raum. Die Tiefenwirkung von Henningers Gemälden wird dabei nicht durch eine klassische Zentralperspektive erzielt, sondern durch die für seine Werke charakteristische leuchtende Farbgebung. 

Gemälde von Manfred Henninger, Im Hintergrund der Rathausturm von Kornwestheim, durch einen Rahmen an Vegetation zu sehen. Im Vordergrund der Stadtpark von Kornwestheim mit einer Wasserfontäne rechts und einem großen Baum links.
Manfred Henninger, "Rathausturm", 1980, Öl auf Leinwand, 79 x 99 cm, Inv. Nr. 358.
Ein stark farbiges Gemälde von Manfred Henninger. Im Hintergrund rosa und blaue Berge, im Vordergrund gelbe, grüne und blaue Felder mit Arbeitenden und Lasttieren.
Manfred Henninger, "Landschaft bei Catanzaro", um 1960, Öl auf Leinwand, 75 x 105 cm, Inv. Nr. 405.
Ein Gemälde von Manfred Henninger. Aus verschiedenen Farbtupfern entwickelt sich eine assoziative Landschaft.
Manfred Henninger, "Landschaft mit Bäumen", 1985, Öl auf Nessel, 55 x 75 cm.. Inv. Nr. 885.
Ein Gemälde von Manfred Henninger. Im Hintergrund sandfarbene Gebäude vor einem blauen Himmel. Im Mittel und Vordergrund zahlreiche Menschen, die auf roten Feldern Zwiebeln pflücken,.
Manfred Henninger, "Zwiebelernte in Tropea", 1962, Öl auf Nessel, 65 x 85 cm, Inv. Nr. 722.

Otto Glaser

Eine Werbegrafik von Otto Glaser. Eine junge Frau in grüner Kleidung und weißen Handschuhen, die einen grünen Hut mit Blumenmuster trägt.
Otto Glaser, "Dame mit Blumenhut", o.J., Gouache auf Papier, 50 x 50 cm, Inv. Nr. 2164.
Die Skizze einer Frau in einem Glockenmantel von Otto Glaser. Sie trägt einen flachen, weiten Hut und einen Schal oder ein Tuch in den Händen.
Otto Glaser, "Dame im Glockenmantel", 1949-1951, Offsetdruck auf rotem Papier, 29,5 x 23 cm, Inv. Nr. 2267.
Ein Salamander-Werkeplakat von Otto Glaser. Eine Frau in einem roten, schulterfreien Kleid mit grün-weißer Musterung. Ein Mann hat seinen Kopf auf ihren Schoß gelegt und hält ihr eine kleine Blume entgegen.
Otto Glaser, "Elegantes Paar mit Pechnelke", 1957, Offsetdruck auf weißem Papier, 84 x 59,5, Inv. Nr. 2225. 
Ein Gemälde von Otto Glaser. Kopf und Schulterpartei eine Frau sind zu sehen. Die Farben sind in Flieder-, Lila und Grautönen gehalten. Ihre dunkle Haare trägt sie unter einem grauen Kopftuch mit lilanem Blumenschmuck
Otto Glaser, "Dame in Zartgrau", o.J., Gouche auf Papier, 81 x 58,5 cm, Inv. Nr. 2292.

Otto Glaser (geb. 1915 in Basel; gest. 1991 in Lugano) war ein begnadeter Grafiker, Maler, Modezeichner und Künstler, der nach einer Lithographenausbildung und einem künstlerischen Selbststudium 1935 in das Grafikatelier von Fritz Bühler eintrat.
Einen herausragenden Platz im Oeuvre von Otto Glaser nehmen die Plakate für die Salamander AG ein, die zwischen 1958 und 1968 für das Kornwestheimer Unternehmen entstanden sind. Schuhe erscheinen auf den Plakaten selten, vielmehr vermitteln die Grafiken einen eleganten und mondänen Blick auf die damalige Zeit und auf eine Bilderwelt, die man eher in Paris als in Süddeutschland verorten würde. Die unbeschwerte künstlerische Herangehensweise verleiht den Motiven eine große Leichtigkeit und lässt die Eleganz der fünfziger Jahre noch heute lebendig werden.
Seine mit raschem Pinsel ausgeführten Modezeichnungen lassen Otto Glasers unvergleichliches Talent erkennen - auch die Grafikentwürfe sind ohne zusätzliche Skizzen spontan zu Papier gebracht worden.

Franz Weiss

Der Maler Franz Weiss (geb. 1903 in München; gest. 1981 in Kempten im Allgäu) war von 1948 bis in die 1950er Jahre für die Salamander AG in Kornwestheim als Grafiker tätig.Die Motive der Blickfang- und Plakatwerbungen versprühen die freudige Atmosphäre der 1950er Jahre und zeigen Damen, Herren und Kinder in idealisierten Lebenssituationen.
Der hauptsächlich im Allgäuer Raum und in München tätige und vielseitige Künstler war auch Fassaden- und Innengestalter und entwarf neben werbegrafischen Arbeiten, darunter Entwürfe für die Deutschen Linoleum Werke (um 1940) und die Etiketten und das Markenemblem der Biermarke Allgäuer Büble, auch plastische Dekorationen.
Aufgrund seiner mehrmaligen Teilnahme an der "Grossen Deutschen Kunstausstellung" zwischen 1939 und 1942, sowie Mitgliedschaft in der nationalsozialistischen Partei ist Teil der aktuellen Forschung, das Leben und Werk von Franz Weiss historisch kritisch aufzuarbeiten.

Ein Salamander-Werbeplakat von Franz Weiss. Eine Schneelandschaft mit zwei Bäumen, die lachende Gesichter tragen. Am rechten Rand ein Paar, Arm in Arm.
Franz Weiss, "Paar im Schnee", o.J.
Ein Salamander-Werbeplakat von Franz Weiss. Ein Paar in heller Kleidung sitzt auf einer Bank. Herbstblätter sind am oberen Rand zu sehen.
Franz Weiss, "Paar auf Bank", 1948.
Ein Salamander-Werbeplakat von Franz Weiss. Eine Frau liegt auf einem Liegestuhl und liest Zeitung. Unter dem Stuhl liegt ein weißer Terrier, über ihr ragt ein roter Sonnenschirm mit weißem Muster in das Bild hinein.
Franz Weiss, "Ferienzeit", o.J.
Ein Salamander-Werbeplakat von Franz Weiss. Drei junge Damen in gleicher Kleidung (ein heller Rock, eine grüne Jacke und ein schwarzer Hut), jedoch unterschiedlichen Schuhen. Alle tragen einen grünen Koffer.
Franz Weiss, "Drei junge Damen", o.J.

Einblicke in die Sammlung

Die vielseitige Sammlung des Museums im Kleihues-Bau verfügt darüber hinaus auch über Kunstwerke weiterer namenhafter regionaler, überregionaler wie internationaler Künstler wie Isa Dahl, Fred Thieler, Sigrid KopfermannCathleen Naundorf, Rasso Rothacker und Roland Dörfler.
Die Sammlung wird regelmäßig in ausgewählte Wechselausstellungen einbezogen und kann im Rahmen von Sonderveranstaltungen in den Museumsdepots besichtigt werden.

Eine Skulptur von Royden Rabinowitsch. Die Modelle zu seiner Arbeit am Kornwestheimer S-Bahnhof. Sechs gefaltete Metallplatten in einer Reihe.
Royden Rabinowitch, "Tyco and Jepp (Modelle)", 1992, Metall, 6-teilig, je 31 x 41 x 28 cm, Inv. Nr. 2633.
Ein abstraktes Gemälde von Roland Dörfler. Stilisierte Körper durch blaue, braune und weiße Farbflächen.
Roland Dörfler, "Figurenreihe blau", 1960, Öl auf Leinwand, 118,5 x 148,5 cm, Inv. Nr. 364.
Zwei Gemälde von Günther C. Kirchberger. Beide ungegenständlich. Symmetrische, grafische Farbflächen in Rot, Grün, Gelb und Lila.
Links: Günther C. Kirchberger, "vierfach 11-8-67", 1967, Öl auf Leinwand, 180 x 125 cm, Inv. Nr. 49; Rechts: Günther C. Kirchberger, "terenzio 10-4-67", 1967, Öl auf Leinwand, 180 x 125 cm, Inv. Nr. 52.
Ein Gemälde von Rasso Rothacker. Das Bild ist in geometrische Formen verschiedener Farben aufgeteilt. Dominant sind verschiedene Blautöne.
Rasso Rothacker, "Schwedische Landschaft II", 1972, Öl auf Holz, 59 x 87 cm, Inv. Nr. 344.
Zwei Reliefs aus Fiberglas von Horst Kuhnert in weiß und schwarz. Amorphe Formensprache.
Links: Horst Kuhnert, "Relief weiß", 1979, Fiberglas, 29 x 23 x 2,5 cm, Inv. Nr. 47; Rechts:  Horst Kuhnert, "Relief Schwarz", 1979, Fiberglas, 29 x 23 x 2,5 cm, Inv. Nr. 48.